30.10.11
D-Aschersleben
Bluesfestival
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/ Christian Christl/ The Bayoogie Man /
Sie trafen sich zum ersten mal Ende der 1980er Jahre beim Burnley Bluesfestival nördlich von Manchester in England. Von da an war eine musikalische Freundschaft entstanden, die bis heute anhält. Louisiana Red, der grosse alte Meister der Mississippi-Blues-Gitarre und Christian Christl, der Bayoogie Man, am Piano. Gemeinsam spielten sie wohl mehr 200 Konzerte auf verschiedenen Tourneen, auf Festivals und in Jazz- und Bluesclubs. Unvergessen die Tour Mitte der 90er Jahre mit Albert C. Humphrey, Gary Detroit Wiggins und George Greene am Schlagzeug. "Da war musikalisch die Hölle los", ergänzt Christl. "Wir haben kleine Clubs und grosse Bühnen rauf und runter gespielt. Und bei keinem Musiker hingen die Fans so sehr an den Lippen wie bei Lousiana Red".
Geboren wurde er Ende der 1920er Jahre in Mississippi. Seine Eltern wurden vom Ku Klux Klan ermordert und er kam ins Waisenhaus. Dort hielt es ihn aber nicht lange, er büchste aus und lief zu Fuss zu Vewandten nach Pittsburg / Pennsilvania. Das sind immerhin mehr als 1.000 Kilometer. Dort schloss er sich Jugendbanden an, wurde geschnappt und ins Gefängnis geworfen. In der Zelle traf er einen alten Bluesgitarristen, der ihm das Gitarre spielen lernte und ihn mit vielen wichtigen Leuten zusammen brachte. Unter anderem mit Muddy Waters, der zu seinem Ziehvater wurde.
Mit den American Folk Blues Festivals kam er in den 60er Jahren zum ersten mal nach Europa. Mit Champion Jack Dupree verband ihn eine grosse musikalische Freundschaft und als Jack nach Europa zog kam Louisiana Red mit ihm und lebt seither in Europa.
Christian Christl spielt seit 1986 professionell Blues & Boogie Woogie Piano. Eigentlich seit Anfang an hatte er immer das Glück, mit guten, authentischen Musikern auf der Bühne stehen zu dürfen: Memphis Slim, Angela Brown, Jeanne Carroll, Albert C. Humphrey, Detroit Gary Wiggins, Mee Montgomery, Lefty Dizz, Buddy Guy und viele andere Größen des Blues. Bemerkenswert sind seine CD-Aufnahmen mit Willie Dixon, dem Father of the Blues, datierend aus dem Jahr 1991, aufgenommen in Los Angeles, Californien.
"CC" spielte Vorprogramm für Ray Charles bei den Ingolstädter Jazztagen 1994 und für B.B.King beim Intern. Jazzfestival in Belgrad 1992. Er jammte mit Miles Davis, Big Moose Walker, Ruth Brown, Bonnie Raitt, Eric Clapton und Charles Brown und nahm über 20 CD`s unter eigenem Namen auf.
"Red", so erzählt Christl, spielt seine Gitarre, so, wie es halt nur die Blueser vom Mississippi können: er erzählt musikalische Geschichten und begleitet sich dabei selbst. Und genau das macht einen Konzertabend mit Louisiana Red so unheimlich spannend, denn die Geschichten sind improvisiert, jedes mal neu nacherzählt. Es gibt kein Schema, keinen Ablaufplan. Es passiert auf der Bühne, was gerade passiert. Nichts anderes. Nicht mehr. Und nicht weniger.
Blues Legends
Louisiana Red, guitar
CC-The Bayoogie Man, p